Donnerstag, 1. September 2011

Johannisbeere küsst Zitrone.

Sauer macht lustig. Anlässlich meines ersten Back-A-Thon-Beitrages hier ein Zitronenteig mit frischen Johannisbeeren verziert mit Honig-Zitronentopping und gezuckerten Johannisbeeren. Schön gekühlt im Sommer ein wundervoller süßsaurer Leckerbissen für kleine und große Zuckerschnuten.

Und so wirds gemacht:

Ergibt ca. 12 Cupcakes.

Ofen auf 170 Grad vorheizen. Mehl mit 1 1/2 TL Backpulver mischen und mit Zucker, Blüten (optional), Zitronenzeste und der Butter (Zimmertemperatur) verrühren, bis eine krümelige Konsistenz erreicht und alles gut vermischt ist. Nach und nach die Milch zugeben. Eier hinzufügen und solange verrühren bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Zum Schluss vorsichtig eine Hand voll Johannisbeeren unterrühren und ein paar Zweige für die Deko übrighalten. Bei 170 Grad ca. 20 Min. backen.

Für das Frosting:

250g Puderzucker gesiebt
80g Butter (Zimmertemperatur)
50g Frischkäse
2 EL Zitronenzeste
1 EL Honig
12 Zweige gezuckerte Johannisbeeren

Butter und Frischkäse cremig rühren. Zitronenzeste und Honig hinzufügen und Puderzucker einsieben. Alle Zutaten gut verrühren. Auf die ausgekühlten Cupcakes verstreichen und mit gezuckerten Johannisbeeren dekorieren. Am besten leicht gekühlt genießen.


Süße Grüße,
Jenny


 

Freitag, 26. August 2011

She "Did it!".

Heute hat meine kleine Schwester ihren Abschied bei der Firma „Do it!“. Sie hat dort nach fast einem Jahr ihr zweites Praktikum erfolgreich absolviert und stürzt sich nun in die Schlusslernphase ihrer Ausbildung. Zum Abschied hatte sie mich gebeten ihr eine Torte mit passenden Cupcakes zu machen. Da mein Arbeitsrhythmus gerade entgegen jeder natürlichen Uhr läuft, habe ich mich für ein einfaches Design in knalligen Farben entschieden. Shari, der kleine Kanarienvogel hätte sicher noch mehr Farben gewählt, aber ich finde es so harmonisch und bunt genug ;) Hab einen schönen Tag Maus und lasst euch Vanilletorte mit Himbeeren und Holunderblütencrème und Schokocupcakes mit Zartbitterganache schmecken!!

Sonntag, 21. August 2011

Liebesgeflüster.

Der Papi meiner Freundin hat nochmal geheiratet und da haben seine Kinder zusammengelegt um dem Brautpaar eine Hochzeitstorte zu schenken. Lange haben wir überlegt wie sie aussehen soll, viel zu viele Impressionen aus dem Netz machen eine Entscheidung schwer ;) Motivtorten mit den größten Hobbies der beiden waren im Rennen, aber letztendlich einigten wir uns darauf, dass weniger manchmal mehr ist. Ein Werk von schlichter Eleganz.

Freitag, 19. August 2011

Donnerstag, 18. August 2011

Let the sun shine.

Meine kleine Cousine Alica ist 14 geworden und ein Hieppie im Herzen. Deshalb eine kleine Reizüberflutung von Farben und Formen für die Gartenüarty der "Teenjainjer" wie ihr kleiner Bruder zu sagen pflegt ;)

Montag, 15. August 2011

I love Cherries

Dieses Jahr bin ich völlig verrückt nach Kirschen. Da dieses Verlangen nach der kleinen Steinfrucht noch nie so groß war, ist mir folgendes bisher nie aufgefallen: Ich bin allergisch gegen Kirschen. Diese Allergie, bei der der Hals zuzieht habe ich wohl von meinem Vater geerbt, die sich bei ihm auch erst sehr spät herauskristallisierte. Anders als bei ihm, der sich bei ihrem Verzehr dem „Tode nahe“ fühlt, wollte ich dem Ganzen mit Schocktherapie entgegen gehen. Also gab es fast jeden Tag einen Haufen Kirschen. Klappt aber nicht. Trotzdem liebe ich dieses Jahr Kirschen besonders und werde darauf nicht verzichten. Hier ein paar Schokocupcakes mit Kirschcrème.

Sonntag, 14. August 2011

Energiebündel

Vor gut einer Woche hatte mein Onkel Manfred Geburtstag. Diesen habe ich natürlich nicht vergessen. Was ich aber definitiv versäumt habe ist, mich an seinem Ehrentage bei ihm zu melden! Deshalb nun auf diesem Wege: 
Lieber Onkel Manni, es tut mir Leid, dass ich dich nicht zu deinem Ehrentage angerufen habe und wünsche dir deshalb an dieser Stelle alles Liebe für das neue Lebensjahr! Da ich weiß, dass du nicht der größte Tortenfan bist, hoffe ich, dir mit selbstgemachten Müsliriegeln eine Freude machen zu können, die dich im Laufe der kommenden Woche erreichen werden! Hafer, Leinsamen, verschiedenste Nüsse, Cranberries, Kirschen, Schoki und Co. werden dir hoffentlich reichlich Rennradpower verleihen und ein wenig über mein klägliches Verhalten hinwegtrösten ;) 
Liebste Grüße, deine Nichte

Dienstag, 9. August 2011

Bester Papi

Nach Muttertag kommt bekanntlich auch Vatertag. Deshalb sollte auch mein Papa nicht mit leeren Händen ausgehen und bekam deshalb diese kleine Torte von mir überreicht. Ich finde es immer schwer für Männer eine Torte zu entwerfen, hier also ein relativ neutrales Modell, was mir aber sehr gut gefällt.

Donnerstag, 4. August 2011

Li-la-vendel

Lavendelcupcakes klingen sehr speziell, schmecken aber göttlich. Beim Einweichen der getrockneten Blüten hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass mich das Ganze zu sehr an diese Duftkissen für den Schrank erinnern würde. Der Lavendel geht im Teig ein wenig unter, was aber nicht weiter stört, da er in der Crème schon merklich, aber auf sehr feine Weise durchkommt. Wundervoll.

Mittwoch, 3. August 2011

Mama ist die Beste

Es war Muttertag und was lag näher, als die Mama mit einer Torte zu versorgen?! Geplant war ein liegender Strauß, aber die Blüten wirkten schon allein so toll auf der Torte. Hier also ein kleines Blütenbouquet für die liebste Mama der Welt!

Sonntag, 31. Juli 2011

Ein Jahresprojekt

Als ich im Sommer 2010 die Sahnetorte für meine Tante gemacht habe, war meine Cousine gerade verlobt. Ich brachte ihr die Sonnenbrille vorbei, die sie bei uns liegen gelassen hatte und zeigte ihr das Foto der Häschen-Torte. Sie ist völlig ausgeflippt und hat mich gleich gefragt ob ich ihre Hochzeitstorte machen würde. Seit diesem Tag sind viele meiner Torten zu Übungszwecken entstanden. Wie oft wurden meine Geschenke an die Familie mit „Das war aber nicht nötig“ kommentiert…doch das war es! Denn all die Übung diente nur einem Zweck: Vorbereitungen auf die Hochzeitstorte. Bei meiner Cousine habe ich das Thema einfach nicht mehr angesprochen. Sicher hat sie insgeheim damit gerechnet, aber es blieb unser kleines unausgesprochenes Geheimnis. Am Nachmittag gab es neben der von ihr bestellten Erdbeerherzen meine Gutscheintorte. Die Dreistöckige sollte es erst spät am Abend geben. Ich war ohne Ende aufgeregt. Die drei Stockwerke hatten es dank der Hilfe meiner Eltern schon am Abend zuvor heil nach Kaarst geschafft. Dass ich überhaupt so „frühzeitig“ damit fertig geworden war grenzte an ein Wunder. Wer mich kennt, weiß dass ich immer alles nur auf den letzten Drücker fertig kriege. Nicht auszudenken ich hätte die Torten am nächsten morgen in der Eile transportieren müssen. Um kurz nach zehn kam der nette Mitarbeiter des Hauses auf mich zu und sagte, er hielte es jetzt für den richtigen Zeitpunkt die Torte zu bringen. In einem zweiten Gebäudeteil auf der anderen Seite des Innenhofes lagerten meine  Werke. Mit Icing wurden die drei Teile zusammengesetzt und letzte Reparaturen herabgestürzter Röschen vorgenommen. Dann sollte die Torte auf ihrer Platte auf einen Servierwagen gesetzt und zunächst zurück ins Haupthaus gefahren werden. Doch der Weg war unsagbar hubbelig. Die Torte wackelte, meine Beine auch. Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder er trägt die Torte und ich schiebe den Wagen oder umgekehrt. Bilder von gefrierenden Zuckerblumen schießen mir durch den Kopf. Aber mir bleibt keine Wahl: ich schnappe mir die Torte und laufe strammen Schrittes los. Am Eingang wartet der Schwager meiner Cousine, greift mir in die Taille und fragt mich wo ich kitzelig bin. GANZ EMPFINDLICHES THEMA. Er versteht meine Blicke und die pulsierende Schlagader an meiner Schläfe sofort. Ich stelle dieses kiloschwere Monster auf dem nächsten Tisch ab, der Kellner hat sich mit dem Servierwagen im Innenhof verquatscht. Als wir dann endlich im Vorraum wieder alle zusammenfinden, kann die Torte wieder platziert und die Wunderkerzen gezündet werden. Ein Jahresprojekt wird endlich dem Brautpaar überreicht:

Ein Reisegutschein

Zur Hochzeit meiner Cousine hatte ich mir lange etwas vorgenommen. Die Hochzeitstorte. Doch dann kamen meine Eltern mit einer Bitte auf mich zu. Sie fragten mich, ob ich bereit wäre, anstelle der Hochzeitstorte eine Gutscheintorte für meine Cousine und ihren Verlobten zu machen. Die Traumhochzeitsreise, mit dem Hausboot über den Shannon in Irland zu fahren, wäre bei den hohen Feierkosten nicht mehr drin und sie wollten Ihnen, zusammen mit ihrem Schwager, einen Reisegutschein in Form einer Torte überreichen. Wie ihr später sehen werdet, habe ich mir meinen Plan, die Hochzeitstorte zu machen, nicht nehmen lassen. Und so habe ich einfach neben einer dreistöckigen Hochzeitstorte noch ein paar typische Merkmale Irlands nachgestellt. Nach irischer Legende ist Irland das Land, wo der Regenbogen mit einem Topf voll Gold endet. Das inoffizielle Nationalsymbol ist das Kleeblatt und die kleine Burg soll einen der Rundtürme die am Ufer des Shannon zu sehen sind repräsentieren. Heraus kam diese hübsche Reisegutscheintorte:

Farewell

Nach einer aufregenden und erfahrungsreichen Zeit bei action concept muss ich mein Team verlassen, um mich gleich ins nächste Abenteuer zu stürzen. Bisher hatte ich hauptsächlich Cupcakes oder einfache Kuchen mit zur Arbeit gebracht, da ein Haufen hungriger Jungs meine Zuckerblümchen nicht zu schätzen wüssten. An meinem letzten Tag sollte es aber neben ein paar Oreo-Cupcakes eine kleine Abschiedstorte geben. Leider hatte ich nur einen Abend bzw. eine Nacht Zeit, sodass ich nun die Punkte nicht so hübsch finde (ich hasse diese Spitzen). Aber die Blüten haben es rausgerissen und alles getoppt, die hab ich dann auch gleich schön wieder da runter gepflückt ;)

Montag, 2. Mai 2011

Ostermission 3: Ostergeschenke

Ich sage gleich zu Anfang, dass ich diese zuckersüßen Minicakes NIE wieder machen werde. Der Aufwand und die Arbeit die dahinter stecken, stehen einfach in keiner Relation zu einer Torte. Die  ist einmal gebacken und kann wunderbar eingestrichen werden. Diese Frickellei hier, das Ausstechen, Einschmieren, man weiß nicht wo man greifen soll, alles krümelt und nichts wird eben. Normalerweise kann man Buttercreme ganz gleichmäßig verstreichen aber beim Anblick dieses Geschmieres musste -wenn auch doppelt süß- eine Ladung Marzipan her. Also sieben kleine Törtchen erst mit Marzipan und dann mit Fondant überziehen. Die Blüten hatte ich alle schon vorbereitet und das Ausdekorieren war auch das Schönste.



Ich bin beim Anblick dieser Törtchen wirklich ganz verzaubert, er entschädigt für die viele Arbeit, aber momentan bin ich wirklich der Meinung, dass es diese Miniaturen vorerst nicht mehr geben wird. So durften meine Mum, meine Schwester und meine Tanten sich einmalig an diesen kleinen Kunstwerken ergötzen:



Ostermission 2: Ostertorte

Richtig hübsch geworden ist auch meine Ostertorte. Sie hat mich vergleichsweise auch echt wenig Mühe gekostet. Leider ist sie nicht ganz so geworden wie zuvor geplant da die Höhe nicht stimmte, aber ich finde sie dennoch sehr gelungen. Im Nachhinein bin ich auch ganz dankbar, den Vogel nur einmal gemacht zu haben. Ich hatte dafür meinen neuen Patchworkcutter genutzt, der aber leider nicht so funktionierte wie ich das gedacht und auch gelesen hatte… steig ich noch nicht ganz durch, aber süß ist es:

Ostermission 1: Cakepops

Die kleinen Kuchen am Stiel fielen mir immer wieder bei der Amazonsuche nach Tortenbüchern ins Auge und ich dachte, sie dienen als kleines Ostergeschenk für Groß und Klein. Sie waren erstaunlich leicht zu machen und dank guter Blütenvorproduktion auch recht schnell gefertigt. Verteilt hab ich sie gleich zum Osterfrühstück. Sowas hatte natürlich noch niemand zuvor gesehen. Ich selbst finde sie auch wirklich hübsch, die werde ich sicher wieder machen.


The Art of Tim Burton.

Männertorten. Eine eigene Kunst für sich. Ich hatte mir damals bei meinem Opa schon den Kopf zerbrochen und nun war mein Freund wieder dran. Er steht irgendwie auf Batman, Joker, Poker und so Kram, aber irgendwie war mir dieses Thema schon zu abgedroschen. Auf Nachfrage bei der Family nach Helden der Kindheit, fielen Namen wie „He-Man“ oder „The Shadow“. Puh, schwierige Kiste. Prinz Eisenherz oder das Phantom der Oper nachbilden… eher nicht so meins. Da fiel mir dieser Bildband ein, den ich ihm letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hatte. The Art of Tim Burton. Dort findet jeder Fan eine Ansammlung von Film- und privaten Skizzen. Als Inspiration dienten mir einige Bilder, aus denen diese Torte entstand:



 

Ein kleiner Muntermacher.

Es gibt nicht viele Menschen, denen im Leben gleich beide Achillessehnen reißen, aber meine kleine Schwester zählt dazu. Weil sie weiß wie langwierig die ganze Prozedur ist, ist sie gleich doppelt geknickt. Als kleines Trostpflaster sollte diese „Get well soon“-Torte dienen. Geholfen hat sie erst mal nicht, aber jetzt drücken wir ihr alle die Daumen, dass sie bald wieder auf die Füße kommt.

Cupcakes mit Blüten.

Diesmal für den Sonntagskaffee ein paar mit Marzipanblüten verzierten Buttermilch/Heidelbeer/Mohn- und Schokocupcakes mit verschiedenen Butter- und Frischkäsecrèmes.

Blütencupcakes.

Mal was anderes. Für die Kollegen auf der Arbeit eine kleine Auswahl an Red Velvet Cupcakes mit Blaubeer-, Erdbeer-, und Peanutbuttercrème gespritzt in Blütenform. Der Red Velvet Teig macht schon einiges her:

Ein Hauch von Rosa.

Schokocupcakes mit Frischkäsecrème und zerkleinerten Himbeeren.


Die Deutsche Post.

Meine beste Freundin feiert Geburtstag. Sie lebt in Wien und wir werden sie besuchen gehen. Ich rufe bei der Fluggesellschaft an und frage ob man eine Torte durch den Sicherheitscheck bekommt. Ein Trockenkuchen? Kein Problem. Eine Torte mit Creme gefüllt? Schwierig bis unwahrscheinlich. Ich male mir aus was passieren würde wenn ich das gute Stück in diese große Mülltonne vor dem Scannband schmeißen muss. Unmöglich. Wir reisen nur mit Handgepäck. Torte im Koffer also keine Option. Im Internet lese ich viel über das Verschicken von Torten. Grundsätzlich lässt sich eine Fondanttorte natürlich eher verschicken als eine Schwarzwälderkirsch. Aber die Meinungen driften auseinander. Ich entscheide mich es zu riskieren und hoffe zu denen zu gehören, die schon mehrfach Motivtorten problemlos verschickt haben. Ich verziere die Torte in 2D, klebe die beliebte Plastiktortenspitze auf den Unterboden der Tortenhaube, damit sie gar nicht erst verrutschen kann, polstere die Haube von innen und von außen, stecke die Konstruktion in eine mit Coolpacks ausgelegten Kühltasche und platziere alles in einem Karton. In riesengroßen Buchstaben schreibe ich: „Bitte nicht wenden! Zerbrechlich!“, markiere die Seiten mit: „Oben, Seite, Seite, Seite…“ und wickle noch ein leuchtendes Klebeband mit ähnlicher Botschaft herum. Bei der Post folgt eine zwanzig minütige Diskussion darüber was mich denn nun ein Expressversand nach Wien kostet. Es kostet 120€, Chris und Ich fliegen für insgesamt 126€ hin und zurück. Aha. Wir entscheiden uns für die Variante Flugpost, bei der die Torte am Geburtstag selbst ankommen soll und nicht schon einen Tag zuvor. Ich frage die nette Dame am Schalter wie denn die Pakete so gehandhabt werden. Sie lächelt höflich und sagt, dafür gäbe es keine Garantie. Ich stelle die Vermutung in den Raum, dass wahrscheinlich nur die Menschen an der Annahmestelle und vielleicht der Postbote Acht geben. Ihr Nicken verrät mir Ihre Zustimmung, ihr Blick entschuldigt sich schon mal im Voraus. Sie weiß was sich in dem Paket befindet, aber ein Versand ins Nachbarland überfordert sie, ich höre die Pfeile an meinem Ohr vorbeizischen, die die genervt wartende Kundschaft hinter mir auf sie abfeuern. Endlich haben wir es geschafft, die Briefmarke klebt, erleichtert verabschiede ich mich.
Sie nimmt das Paket, kippt es auf die Seite und legt es verkehrt herum auf den Stapel.
Ich renne hinterher, drehe hektisch das Paket wieder rum und verlasse zügig die Poststelle um nicht zu explodieren. Mein Chef lacht sich über meine Naivität kaputt, was ich denn glauben würde wie wichtig denen mein Schicksal ist. Es ist mir sch****egal was mit meinem Paket passiert, sobald ich es nicht mehr beeinflussen kann, im schlimmsten Fall hätte ich es als schlechte Erfahrung verbucht, aber VOR MEINEN AUGEN!?!???

Offensichtlich haben danach alle Mitarbeiter mein Paket bestens behandelt, denn außer einem leicht vermatschten Rehauge ist der Torte nichts passiert:


Be mine.

Valentinstag. Mein Freund hat noch nie eine Fondanttorte von mir bekommen und ich muss sowieso eine weitere für einen Geburtstag anfertigen. Sie sollte an diese kleinen Brauseherzen erinnern, die Blüten hatte ich noch, die verfälschen das Bild im Nachhinein ein wenig. Dennoch konnte ich ihm um Punkt 12 Uhr dieses kleine Naschwerk überreichen. Er ist völlig ausgeflippt vor Freude..

Teamgeist.

Der Trainer der Basketballmannschaft, in der meine Schwester spielt, hat Geburtstag. Sein Team will ihn mit einer meiner Torten überraschen. Was liegt also näher als ein Spielfeld zu kreieren:

Sonntag, 1. Mai 2011

Zwei auf einen Streich und ein evolutionärer Schritt.

Diesmal sind es Mama und Schwiegeroma die Geburtstag haben. Mein Vater hat sich von mir eine Motivtorte gewünscht, die als Gutschein für eine Reise nach Fuerteventura dienen sollte. Mit meiner Schwester hatte ich gebrainstormt, die war zumindest schon da gewesen. Sie schlug mir folgendes Wahrzeichen für Fuerteventura vor:

Mein Vater war von der Idee, eine „Zickentorte“ zu verschenken allerdings nicht sehr begeistert, also wurde umüberlegt. Ein Vulkan im Meer. Na gut, der spuckt real nicht, aber er musste ja als Vulkan erkennbar sein. Die kleine Ziege hat auch noch ihren Platz gefunden:


Diese Torte hat aber noch etwas ganz besonderes an sich. Nicht nur, dass sie die schöne Ebenheit hat ;) oder ich zusätzlich mit Icing gearbeitet habe, diese Torte ist überzogen mit meinem ersten selbsthergestellten Fondant.  Ich hatte zuvor nur noch bestellte Reste zu Hause und die Sache mit der Eigenproduktion war risikoreich, denn man kann Fondant nicht im Supermarkt schnell nachkaufen und die Torte musste fertig werden. Aber das Rezept und die Verarbeitung waren traumhaft. Seit diesem Zeitpunkt stelle ich meinen Fondant nur noch selbst her.

An diesem Tag im Januar 2011 hatte aber noch jemand Geburtstag. Die Oma meines mittlerweile Verlobten. Nach dem ganzen Motivhickhack habe ich mich gefreut einfach einmal eine Dekotorte nach meinem Geschmack zu verzieren und habe sie mit einem Blumenmeer versehen:

Sex, Drugs and Rock’n’Roll.

Volljährig. Eine wunderbare Gelegenheit für eine Thementorte. Ab sofort ist für meinen Cousin alles erlaubt. Disco, Alkohol, Glücksspiel, Autofahren und Frauen, alles vereint in dieser Torte:

Ein Trauma überwinden.

Drei Tage darauf war es soweit. Es ist Anfang Dezember 2010 und meine Freundin hat wieder Geburtstag. Mittlerweile besitze ich eine Tortenhaube. Die wiederum der Torte die Show stiehlt, weshalb sie im Auto bleibt. Panisch rennt mein Freund um mich herum, will die Torte tragen. Aber ich muss dieses Trauma überwinden und schreite selbstsicher voran. Zu Hause habe ich bereits Fotos gemacht, das habe ich mir mittlerweile angewöhnt. Better safe than sorry. Und so kann ich die schreckliche Erfahrung vom vorangegangenen Jahr überwinden und diese „Alice im Wunderland“- Torte überreichen:

Alle guten Dinge sind Drei.

Einen Monat darauf ergab sich wieder eine Gelegenheit mit Fondant zu arbeiten. Diesmal hatte ich aber gleich drei Geburtstagskinder auf einen Streich: Meinen Vater und die Zwillinge meiner Tante. Ich entschied mich für eine mittlere und zwei kleine Torten. Die mittlere wurde dann allerdings nach Bearbeitung zu einer Quarkgerechten Füllung doch zu einer weiteren kleinen. Ein BBQ für Papa und Ballerina und Pirat für die Twins.

Meine erste Fondanttorte.

Gemacht habe ich sie –wie unschwer zu erkennen- für den 80. Geburtstag meines Opas im November 2010. Ich weiß noch wie ich mit stolz geschwellter Brust im Restaurant um die Ecke kam. Die Anspannung stand mir ins Gesicht geschrieben, ich trug die Torte allein. 3 Tage Arbeit mit bisher unbekanntem Material haben in diesem riesigen Teil gesteckt. Wenn ich sie mir heute ansehe, sehe ich eine große Hubbellandschaft mit überklebten Fehlern ;) Aber das ist egal, jeder fängt klein an und diese Torte blieb ja nur der Anfang.

Sahnetorten.

Nachdem in den folgenden Monaten sämtliche Verwandte mit kleinen Köstlichkeiten versorgt wurden, ergab sich im Juni 2010 eine wieder größere Backgelegenheit. Meine Tante wurde 50. und ich nahm mir eine zweistöckige Sahnetorte vor. Fondant hatte ich bis dahin nur einmal auf meinem Geburtstagskuchen als Au-Pair in Cottenham/England gegessen und er war für mich zunächst kein Thema mehr gewesen. Auch Icing gab es in meiner Stube bisher nicht. Demzufolge wurden fertige Zuckerblumen hübsch drapiert. Nur das Häschen formte ich schon selbst aus leicht gefärbtem Marzipan. Hereingetragen hat sie übrigens mein Freund, zu tief saß noch der Schock der am Ziel gestürzten Geburtstagstorte meiner Freundin.

Einmal vom Fieber infiziert, durfte meine Schwester sich kurz darauf schon ohne runden Geburtstag über eine Sahnetorte mit selbstgeformten Froschkönig freuen.

Womit alles begann.

An dieser Stelle schreiben viele Hobbybäckerinnen, dass sie schon als kleines Kind mit mehlverschmierter Nase in Mamas Schüsseln gerührt und vom Teig genascht haben. So ähnlich war das sicher. Ich habe immer gern für alle und jeden gebacken, aber wenn ich heute daran denke, dass backen damals folgendermaßen funktionierte: Backmischung auf, 2 Eier und etwas Milch oder Öl dazu, Rühren fertig… dann spricht das nicht gerade für frühes Backtalent.
Meine Oma –jaaa- die war eine wahre Tortenbäckerin. Leider werde ich ihre Torten geschmacklich niemals so hinbekommen wie sie, denn ihr Rezeptbuch war das Gedächtnis und ihre Waage das Gefühl.
Ich war da eher pragmatischer, erst die Backmischung benutzen und dann die „Schande“ mit pompöser Optik überspielen.
Teig genascht habe ich dennoch. Löffelweise habe ich ihn heimlich verputzt, weil roher Teig immer so viel leckerer war als der Gebackene. Roher Teig macht Bauschschmerzen?  Sowas ist einem Kind doch egal. Die Liebe zum Dekorieren war aber allgegenwärtig. In akribischer Feinarbeit wurden Plätzchen und Kuchen verziert und geschmückt. Geduld und Ehrgeiz sind meine Stärken.
Nun aber zu meinem Schlüsselerlebnis. Nachdem ich 2 Jahre in Köln in einem Miniapartment mit Pantryküche und Minibackofen gewohnt habe, wo kreative Küche und vor allem Backen jeglicher Art quasi unmöglich waren, hatte ich in der neuen Wohnung sämtliche Entfaltungsmöglichkeiten. Anfang Dezember 2009 backte ich für meine beste Freundin in Köln einen Geburtstagskuchen. Ein heller und ein dunkler Sacherschokoladenboden, gefüllt mit Himbeeren, mühevoll ummantelt mit weißer Schokolade, liebevoll dekoriert mit rosagefärbter Schokolade und Marzipanrosen. Ich taufte ihn „Mein letzter Wille“, ein Traum in weiß, hellgrün und rosa. Vorsichtig setzte ich ihn auf die Plastiktortenspitze von Ikea, diese wiederum auf einen lilafarbenen Glasteller des gleichen Einrichtungshauses. Die Zeit war knapp, mein Freund brachte mich netterweise im Auto zu ihr. Zu groß die Angst den Kuchen mit der Bahn zu transportieren. Im Auto überlegte ich noch kurz ob ich ein Foto schießen sollte, aber das Licht war zu schlecht, das könne man besser gleich noch in der Wohnung machen. Draußen war es spiegelglatt, in Trippelschritten schaffte ich es bis an die Haustür und klingelte. Niemand öffnet, denn die Klingel ist wegen Klingelstreichen in der vergangenen Nacht abgestellt. Nervös krame ich mir der einen Hand in meiner Handtasche nach dem Handy und merke nicht, dass die Torte in der anderen Hand langsam aber sicher in Schieflage gerät. Leider ist die Plastikspitze auf Glasteller nicht die griffigste Kombination und so landet mein Meisterwerk rücklings auf dem Boden. Mit Blick auf die gestürzte Torte, dem zertrümmerten Glasteller und den festfrierenden Zuckerblumen war der Punkt an dem ich mich entscheiden musste: Anfang oder Ende einer Backleidenschaft!
Doch das Fieber hatte mich bereits gepackt…